Sturmtiefs „Sabine“ und „Viktoria“ haben deutliche Spuren auf Wangerooge und Sylt hinterlassen

Eine Strandpromenade mit scharfer Abrisskante. „Sabine“ hat sichtbare Spuren auf den Nordseeinseln Sylt und Wangerooge hinterlassen. Immerhin hat sie gleich fünf Sturmfluten im Gepäck gehabt.

Ja, und dann legte Sturmtief „Viktoria“ nach und fegte ebenfalls recht aufbrausend am vergangenen Wochenende durch den Norden Deutschlands. Die beiden „Damen“ sind weitergezogen, doch auf den beliebten Nordseeinseln ist plötzlich der Traumstrand weg. Denn die Sturmtiefs haben Zehntausende Tonnen Sand einfach davongetragen. Da wo einst auf Wangerooge der Strand die Touristen anlockte, ist auf einmal nichts mehr. Außer besagter Abrisskante, die deutlich macht wo einst der Traumstrand war.

„So wie der Strand jetzt ist, können wir nicht einmal mehr 100 Strandkörbe aufstellen“, stellte Bürgermeister Marcel Fangohr traurig fest.  Dass die jährlichen Sturmfluten den Wangerooger Badestrand schrumpfen lassen, daran sind die Insulaner gewöhnt. Mal fehlen 50 Prozent, mal weniger. In diesem Jahr sind es bislang jedoch schon 80 Prozent.

Und genau das stellt die Insel jetzt vor ein Problem und wirft die Frage auf: Kann das Ferienidyll bis zum Sommer wieder so hergestellt werden kann, wie es die Prospekte versprechen? Ob der rund ein Kilometer lange Traumstrand bis dahin wieder aufgefüllt werden kann, ist ungewiss. Normalerweise wird das, was in der Sturmflutsaison abgetragen wird, mit dem Sand aus dem Osten der Insel aufgefüllt. Doch die Vorräte gehen da inzwischen zur Neige. Nun hofft die Kurverwaltung, sich zusätzlich an Sandbänken bedienen zu können.

„Sabine“ hat jedoch nicht nur Wangerooge schwer zugesetzt. Auch auf Sylt haben sie und „Viktoria“ deutliche Spuren hinterlassen. Die Bilanz, die das schleswig-holsteinische Umweltministerium Kiel zieht, ist eher ernüchternd. Entlang der rund 40 Kilometer langen Westküste ist das jährlich künstlich neu aufgeschüttete Sanddepot zum größten Teil abgetragen worden. Depots, die zwingend notwendig sind, denn Sylt ist mit seiner lang gestreckten Nord-Süd-Ausrichtung sowieso schon durch Erosion bedroht.

Einziger Trost nach dem Sturmflutdebakel: Die Deiche und Schutzanlagen an der nordfriesischen Nordseeküste haben den Sturmfluten der vergangenen Tage sehr gut standgehalten.

Jetzt lautet die Aufgabe, schnellstmöglich die Traumstände wieder herzustellen. Und das ist auf jeden Fall mit ganz viel Arbeit verbunden. Tina Nitsche  (Quelle: Spiegel)

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