Gelder sollen in Infrastruktur fließen

Skandinavien liegt seit Jahren im Trend. Das belegen vor allem auch die vielen neuen Routings der Kreuzfahrtgesellschaften. Mit der Popularität und den steigenden Besucherzahlen wird zwar Geld gemacht, doch werden damit auch lokale Gemeinschaften, die unberührte Natur und die generelle Ruhe vieler Orte gestört. Die Konsequenz: Seit einiger Zeit wird in Norwegen eine intensive Debatte um Ursachen, Effekte und Bekämpfung von „Overtourism“ geführt.
Zeitungsmeldungen zur Folge wird dabei in mehreren der touristisch beliebtesten Gemeinden Norwegens offen über die Einführung einer Touristensteuer diskutiert. Der Zweck sei hierbei nicht die Abschreckung von Touristen, also eine Reduktion der Besucherflüsse, sondern eine Einkommensquelle zu haben, welche für den Bau zusätzlicher Infrastrukturen verwendet werden kann.
Konkret gibt es dahingehende Überlegungen in mehreren Gemeinden bzw. Regionen, beispielsweise auf den Lofoten, am Nordkap oder in reizvollen Orten wie Stranda oder Stryn. Warum das so ist, wird anhand von Zahlen klar: Auf den Lofoten leben insgesamt rund 25 000 Personen; im vergangenen Jahr besuchten aber über eine Million Touristen die Inselgruppe. Die Gemeinde Nordkapp in der Finnmark zählt nur etwa 3300 Einwohner, dort besuchten letztes Jahr 400 000 Touristen das berühmte Nordkap-Plateau, den nördlichsten Punkt Kontinentaleuropas.
Die Bürgermeisterin von Nordkapp, Kristina Hansen, findet die Abgabe berechtigt, weil die Gemeinde Kosten des Tourismus mit zu tragen habe – etwa bei den Gesundheits- oder Abfallentsorgungs-Diensten.

Vorreiter Spitzbergen


Eine norwegische Region hat bereits vor zehn Jahren eine Touristen-Taxe eingeführt: Die arktische Inselgruppe Spitzbergen. Die Steuereinnahmen hat Spitzbergen u.a. für 600 lokale Projekte aufgewendet, darunter bspw. für die Beseitigung von Plastikabfall an Stränden oder für Tourismusforschungsprojekte. Touristeneinbußen sind durch die Erhebung der Taxe nicht zu verzeichnen gewesen. TN

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