Vielfältiges Johannesburg: Kunst, Kultur und lila blühende Bäume

Was eigentlich bedeutet „Egoli“? Ganz einfach: Übersetzt aus der Bantu-Sprache heißt es Stadt des Goldes. Wer von dieser Stadt spricht,
der meint Johannesburg, von vielen gerne auch „Joburg” genannt. Ok, von einer Stadt der Superlative kann man hier natürlich nicht sprechen.
Oder sollten wir sagen noch nicht?

Johannesburg ist eine vielfältige Stadt, die viele Komponenten vereint. Foto: Mr. Jhosimar, Montage Johannesburg, CC BY-SA 3.0

Johannesburg ist im Aufbruch. So viel steht fest. Und seine ursprüngliche Herkunft kann die Stadt auch nicht wirklich ganz verleugnen.
Denn die Stadt des Goldes, wie sie meistens genannt wird, ist die größte Metropole Südafrikas sowie des gesamten afrikanischen Kontinents.
Mit ihren rund 4 Millionen Einwohnern ist die Stadt am Witwatersrand das überragende Wirtschaftszentrum und der wirtschaftliche Motor
der Republik Südafrika. Das ökonomisches Rückgrat von Johannesburg ist, wie könnte es anders sein, das Gold. Von den ursprünglichen
Minenbetrieben sind zwar nur noch wenige innerhalb des Stadtgebietes aktiv, um die Minen und Abraumhalden herum hat sich jedoch eine
vielschichtige Industriestruktur entwickelt. Alle Minengesellschaften  sowie die großen Bank- und Kapital-Gesellschaften haben in Johannesburg ihren Hauptsitz. Die 1887 gegründete Börse von Johannesburg ist Zentrum des Kapitalmarkts für das gesamte südliche Afrika.
Für Touristen bzw. für den internationalen Tourismus ist Johannesburg jedoch viel mehr. Die Stadt gilt als das Tor zu Südafrika. Auch
wenn Johannesburg mit keiner malerischen Kulisse à la Kapstadt punkten kann, hat die Stadt alles, um eine einzigartige Atmosphäre zu
erzeugen. Neben Bürodistrikten und großflächigen Straßennetzen gibt es Art-deco-Perlen, Gebäude aus der Gründerzeit sowie spannende neue Hotspots. Und unzählige Parks, in denen die Jacaranda-Bäume in violettblauer Blüte stehen.
Eines der gelungensten Stadtentwicklungsprojekte der Welt und Johannesburgs neue Mitte heißt Maboneng. Keimzelle der einstigen Problemgegend ist der Künstlerkomplex „Arts on Main“ mit Ausstellungen, Buchladen und Druckwerkstatt. Bohème-Luft zwischen Modeläden, Lokalen und Rooftop-Bars kann man übrigens am besten auf dem sonntäglichen Flohmarkt schnuppern. Samstags ist Braamfontein ein erklärtes Ziel. Dann wird nämlich eine große Portion Öko-Charme, gepaart mit kulinarischer Vielfalt zu Live-Musik, auf dem „Neigbourgoods Market“ zelebriert. Und wer schon einmal in der Stadt des Goldes weilt, der sollte auf jeden Fall einen Stopp beim Wits Art Museum (WAM) einlegen. Dort wird Zeitgenössisches neben afrikanischem Kunsthandwerk präsentiert. Interessant ist auch, dass fast alle größeren Fluggesellschaften den Johannesburg International Airport im Südosten der Stadt ansteuern. Warum?
Weil „Joburg“ ein beliebter Ausgangspunkt für Rundreisen durch das Land ist. Die Stadt des Goldes hat also jede Menge zu bieten. Vor allem aber ein breit gefächertes Kulturangebot, das afrikanische und europäische Komponenten vereinigt. Tina Nitsche

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