Airline steckt in finanziellen Schwierigkeiten

Der Flugsommer 2018 war zugegebenermaßen mehr als turbulent. Und eben diese Turbulenzen scheinen nicht abzureißen. Denn nun steckt auch die Fluggesellschaft Germania in finanziellen Schwierigkeiten. Derzeit prüft die Airline mehrere Finanzierungsoptionen. DPA-Angaben zufolge gehe es dabei um die zentrale Frage, wie Germania als mittelständisches Unternehmen auch weiterhin in einem Marktumfeld, das von Fluggesellschaften mit konzernähnlichen Strukturen geprägt ist, schlagkräftig bleibt.
Laut Berichten des Luftfahrt-Portals “aerotelegraph.com”, wird auch ein Verkauf der Gesellschaft in Betracht gezogen. Allerdings ist die Suche nach neuen Aktionären bisher erfolglos geblieben.
Germania ist eine deutsche Fluggesellschaft mit einer mehr als 30-jährigen Geschichte. Sie betreibt nach eigenen Angaben 37 Mittelstreckenjets und ist neben Linienflügen auch für viele Reiseveranstalter unterwegs. Außerdem hatte sich das Unternehmen mit Sitz in Berlin den Werksverkehr für den Flugzeugbauer Airbus gesichert. Jährlich fliegen demnach mehr als vier Millionen Passagiere mit Germania.
Der weltgrößte Reisekonzern TUI ist nach eigenen Angaben lediglich punktuell mit Germania im Geschäft. Auch andere deutsche Reiseveranstalter haben in der derzeitigen Nebensaison nur wenig Aufträge für Germania im Köcher.
Dass das Geld bei der Airline nun knapp wurde, begründete das Management mit den stark gestiegenen Kerosinpreisen im vergangenen Sommer und der Abwertung des Euro zum US-Dollar. Zudem habe es “erhebliche Verzögerungen” bei der Aufnahme neuer Flugzeuge in die Flotte gegeben, und Germania habe außergewöhnlich viele technische Serviceleistungen bei ihren Flugzeugen in Anspruch nehmen müssen. Die Folge seien “große Belastungen” gewesen.

Den Problemen von Germania gingen in Europa zuletzt eine ganze Reihe von Airline-Pleiten voraus. Nach den Insolvenzen von Air Berlin und der britischen Fluglinie Monarch 2017 kollabierten im vergangenen Jahr gleich mehrere kleinere Gesellschaften wie Skyworks (Schweiz), VLM (Belgien), Small Planet und Azur Air (Deutschland), Cobalt (Zypern) und die skandinavische Primera Air.
Als potenzielle Investoren für Germania kommen große europäische Luftfahrtkonzerne, darunter u.a. Lufthansa, Ryanair oder IAG in Frage.
In Berlin forderte die FDP-Fraktion den Senat auf, Germania in der Hauptstadt zu halten. Die Fehler von 2017, als Air Berlin von Regierungschef Michael Müller (SPD) vorschnell der Lufthansa angedient worden sei, dürften nicht wiederholt werden.
2018 machte vielen Airlines neben den gestiegenen Treibstoffkosten vor allem das Flugchaos in Europa zu schaffen. Augrund vieler Verspätungen und Flugausfälle drangen Passagiere auf Entschädigungen und Ersatzleistungen. TN /Quelle dpa

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